Über das Projekt

Marx-Engels-Forum, Berlin-Mitte

Karl Marx und Friedrich Engels, Bronze von Ludwig Engelhardt, und dahinter Reliefwand „Alte Welt“ von Werner Stötzer (Photo: 2017)

Die Bronzefiguren „Karl Marx und Friedrich Engels“ des Bildhauers Ludwig Engelhardt werden vom 28. April bis zum 02. Mai 2017 im Rahmen einer Kunstaktion für wenige Tage mit einer Hülle aus dünnen, farbigen Papierschichten eingepackt. Das Papier umschließt das Denkmal, ohne jedoch am Material selbst haften zu bleiben. Danach wird die Papierhülle geöffnet und rückstandslos abgelöst wie die abgestreifte Haut einer Schlange oder die Schale von Obst – deshalb der Name „City Skins“.
Im Anschluss an diese kurzzeitige Verhüllung und Häutung erblicken die Bronzefiguren völlig unverändert wieder das Tageslicht und erstrahlen im gewohnten Glanz wie zuvor!

City Skins

„City Skins – Marx und Engels“ ist ein Projekt des Künstlerduos Various & Gould im Rahmen des Wettbewerbs „Kunst im Untergrund – Mitte in der Pampa“ der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) statt.

Konzept

Denkmäler sind Projektionsfläche einer kollektiven Erinnerung und Zeugen ihrer Zeit. Sie spiegeln Geschichte, Zeitgeist und Leitbilder eines politischen Systems wider. Diese intensive Aufladung von öffentlichen Kulturgütern mit diversen Bedeutungen und Zuschreibungen macht sich das Berliner Künstlerduo Various & Gould in ihrem aktuellen Vorhaben zum Thema und hinterfragt dabei den Umgang mit Denkmälern in der heutigen Zeit.

In einer urbanen Intervention nimmt das Künstlerduo eine Papiermaché-Abformung des von Ludwig Engelhardt zu DDR-Zeiten gestalteten Marx-Engels-Denkmals (1986) in der Nähe des Roten Rathauses vor. Die daraus entstehende Papier-Skulptur wird den Namen „City Skins“ tragen.

Das Marx-Engels-Denkmal fungiert als Überbleibsel einer anderen Epoche, das nach dem politischen Umbruch der Wiedervereinigung zwar immer noch sichtbar, gar ein beliebter Touristenmagnet ist, dessen Zukunft im Zuge der Umbauarbeiten jedoch einen ungewissen Ausgang hat. Mittels der farbig und mit Siebdruck gefertigten Papier-Hülle soll den Figuren temporär ein neues Erscheinungsbild verliehen, diese als Kommunikationsfläche im öffentlichen Raum genutzt und auf anregende Weise in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden.

Im Anschluss wird die Abformung buchstäblich von der „Mitte in die Pampa“ transportiert und nach einer feierlichen Einweihung am 20. Mai für einige Tage auf dem Stelenfeld für „Hellwichstorp“ am Cottbusser Platz in Berlin-Hellersdorf präsentiert. Das Projekt wird dokumentarisch festgehalten.

Danksagung

Various & Gould bedanken sich herzlich bei Britt Janina Heinker und bei der Arbeitsgruppe „Kunst im Untergrund“ (2016/17), besonders Adam Page und Karin Kasböck, für die Unterstützung bei der Planung und Realisierung des Projektes! Außerdem vielen Dank an Annika Hirsekorn, Jan Kage, Frederic Leitzke, Boris Niehaus, Garvin Nolte, Sonja Rentsch und Amrita Ronniger!